I. zur Bezeichnung eines ruhigen Zustandes oder auch einer Tätigkeit in einem Orte, auf die Fragen
wo? worin?:
in mit Ablat.
Da aber
in nur immer einen Teil des Raums bezeichnet, so bleibt es im Lateinischen weg
u. es steht der bloße Ablat., wenn man den Raum oder Ort nicht an einem Teile, sondern, was meistens der Fall ist, als allgemeine Angabe zu denken hat. Daher fällt auch
in vor
totus mit Orts-
od. Ländernamen verbunden im klassischen Stil gewöhnlich weg,
z.B. in einem Briefe beschuldigt er den Alexander,
epistulā quādam Alexandrum accusat (d.i. die Beschuldigung machte den ganzen Inhalt des Briefes aus): er schreibt in dem Briefe etc.,
perscribit in litteris (er schaltet in dem Briefe die Notiz ein): ich habe in dem Buche, das Hortensius betitelt ist, das Studium der Philosophie nach meinem besten Vermögen empfohlen,
cohortati sumus, ut maxime potuimus, ad philosophiae studium eo libro, qui est inscriptus Hortensius (die ganze Schrift handelte von der Philosophie): welches diese (Pflichten der Gerechtigkeit) sind, ist im vorigen Buche angegeben worden,
ea quae essent, dictum est in libro superiore (in einem einzelnen Kapitel desselben): in Griechenland,
in Graecia (d.i. hier und da in Gr.);
totāGraeciā (d.i. überall in ganz Gr.).
Führt man einen Schriftsteller an, ohne sein Werk zu nennen, so ist das deutsche »in« durch
apud, nicht durch
in zu geben,
z.B. im Xenophon steht geschrieben,
apud Xenophontem scriptum est. Gleichfalls wegfallen muß die Präposition im
Latein. bei den Namen der Städte, wobei die, die nach der ersten
u. zweiten Deklination gehen
u. nur im Singular vorkommen, im Genetiv, die aber, die nach der dritten gehen oder die nur im
Plur. vorkommen, im Ablativ stehen. Ebenso wird, wenn kein Adjektiv hinzutritt,
domus behandelt.
Soll Ausdehnung
u. Verbreitung angedeutet werden, so gebrauchen wir zwar unser »in« mit Dativ, aber die Lateiner bezeichnen diese Richtung nach allen Punkten bin richtiger durch
per,
z.B. Schulden waren in allen Landen,
aes alienum per omnes terras erat. Nach den Verben des Ankommens (
advenire, adventare) muß im
Latein. in mit Akk. stehen,
z.B. in der Provinz ankommen,
advenire in provinciam. Die übrigen Fälle, wo »in« auf die Frage
worin? im Lateinischen nach Verben
u. Adjektiven durch einen bloßen Kasus ausgedrückt wird, findet man unter den einzelnen Artikeln angegeben.
Noch merke man, daß die Präposit. mit einem Substantiv häufig umschrieben wird: durch das Partizipium Präsent.,
z.B. in einer Sänfte (liegend),
lecticā cubans: mit dem Stocke in der Hand,
baculum manu tenens: Jupiter mit dem Blitze in der Hand,
Juppiter fulmen manu tenens od. bl. tenens: du. tadelst mich in der gelindesten, liebevollsten Form nachdrücklich,
lenissimis et amantissimis verbis utens me graviter accusas;
bes. durch das Partizip. Präsent. eines der Bedeutung des
Subst. entsprechenden Verbums,
z.B. im Laufen,
currens: in der Hoffnung,
sperans: im Sterben,
moriens: im Angesicht des Heeres,
inspectante exercitu;
oder durch das Partizip.
Pers.,
z.B. in einem Nachen,
exceptus od. acceptus scaphā: Stäbe in der Hand,
virgae dextris aptatae: Tiere in menschlicher Gestalt,
beluae formā hominum indutae;
oder durch Adjektive,
z.B. Davus in der Komödie,
Davus comicus: Unglück im Hause,
malum domesticum;
od. durch Adverbia,
z.B. im Ernst,
serio: in Wahrheit,
vere: im Überflusse,
abundanter;
oder die Lateiner wählen eine andere Präposition,
z.B. im Scherz,
per iocum: in meiner Gegenwart,
coram me;
oder den Genetiv,
z.B. der Eingang im Pontus,
introitus Ponti. / Bei Angabe des Stoffes in den Verbdgg.: »in barem Geld, in Gold« sagte man (wenigstens in
nachaug. Zeit) wörtlich
in pecunia, in auro,
s. Suet. Tib. 49;
Galb. 8.